Kopf, Herz und Hand halten sich die Waage: Wellesweiler-Sechstklässler setzen auf die Wissenswerkstatt

Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Die Klasse 6b der Alex-Deutsch-Schule in der Wellesweiler Pestalozzistraße hat sich - passend zu ihrer Postanschrift - Pestalozzis ganzheitlicher Lerntheorie angeschlossen und in der Wissenswerkstatt Saarbrücken den idealen Kooperationspartner dafür gefunden. Die Basiskurse rund um die Themen Wasser und Strom sind bereits absolviert. Zwei weitere Lehrfahrten im neuen Schuljahr sollen dafür sorgen,  dass die Phänomene des Faches Physik weiterhin eine spannende und buchstäblich begreifbare Angelegenheit für die Kinder bleiben.

Klassenleiterin Carina Theobald, Fachlehrerin für Physik und Mathematik und von früher Jugend auf bekennende Anhängerin fortschrittlicher Lego-Technologie, stieß durch Zufall auf das von namhaften Industriebetrieben der Region gesponserte Projekt im neu angelegten Saarbrücker Gewerbegebiet „Quartier Ostbahnhof“. Hier, im herrlich restaurierten historischen Busdepot, hatte vor exakt zwei Jahren der Verein „Wissenswerkstatt e.V.“ feierlichen Einzug gehalten und hält seitdem für Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren ein reichhaltiges Angebot an kostenlosen Kursen in Metall- und Holzbearbeitung sowie in Elektro- und Steuerungstechnik parat, ergänzt durch die Möglichkeit eigenständigen Forschens in Laboren für Physik und Robotik. Auch die Kinder der Alex-Deutsch-Schule haben hier letzten März und jetzt nochmals in altersgemäßer Weise viel Wissenswertes über Strom und Wasser erfahren und durften in der Folge, sozusagen als Herzstück der ausgeschriebenen Basiskurse, das erweiterte Wissen unter strenger Beachtung der gängigen Sicherheitsbestimmungen auch in praktischer Handwerksarbeit an professionellen Arbeitsgeräten erproben. Dieses in klar strukturierten Schritten bei sachkundiger Anleitung und immer unter den wachen Augen der zuständigen Betreuer, auf deren handgeschriebenen Namensschildchen üblicherweise nur die Vornamen ersichtlich sind, zweifellos eine vertrauensbildende Maßnahme.

Hinter der freundlichen Empfangsdame „Nicole“ verbirgt sich die promovierte Naturwissenschaftlerin Nicole Maas, gleichzeitig Leiterin der Einrichtung im noblen „Quartier Ostbahnhof“, während Elektrotechnikermeister „Sascha“ (Cattarius) die Aufgabe des Werkstattleiters mustergültig verwaltet.

Das gut harmonierende Duo verfügt über eine große Erfahrung im Umgang und in der Anleitung von jungen Menschen, das merkten die Besucher aus Wellesweiler sofort. Und beide, Maas wie Cattarius, sicherten sich durch ihre gewinnende Art im Handumdrehen auch das Vertrauen der fünf  Flüchtlingskinder in der Klasse. Die strahlenden Augen der vom Schicksal hart geprüften Kinder nach erfolgreicher Fertigstellung ihrer Werkobjekte sprachen Bände und bestätigen die Verantwortlichen obendrein in ihrem Konzept, welches einer perfekten Sprachbeherrschung und überbordenden Theorie  keine dominierende Rolle einräumt.

Apropos eigenständig gefertigte Werkstücke!  Die „Kerzendampfer“ zur Demonstration der Wasserkraft und die Elektroventilatoren inklusive Glühlämpchen durften die Kinder mit in die Schule nehmen. Dort wurden hausintern Urkunden und kleine Preise für die sorgfältigsten Arbeiten und das ansprechendste Design ausgeteilt. Höchstnoten erhielten Justin Dolak für seinen Kerzendampfer und Laura Lindner für ihr Werkstück auf dem Gebiet der Basis-Elektronik. Beeindruckt über die Leistungen aller Kinder zeigte sich auch die Schulleiterin Stephanie Urschel. Nicht zuletzt deshalb, weil der Schule nach einer bestimmten Anzahl erfolgreicher Besuche die Verleihung eines Zertifikates in Aussicht gestellt ist. Als noch bedeutsamer aber bewerten alle Beteiligten den Aspekt, dass der Forderung nach einer frühzeitigen Berufsorientierung der Heranwachsenden Rechnung getragen wird und die rührige Industrie den Ausbildungsnachwuchs erhält, den sie mit großzügigen Maßnahmen wie dieser umwirbt.  

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